Sportvg Feuerbach Info 02/2026

02 2026 SPORTVG FEUERBACH Folgen für den Sport Bereits in der letzten Ausgabe haben wir dargestellt, welche Belastungen große Hitze für Sportlerinnen und Sportler mit sich bringt. Die aktuelle, lang anhaltende Hitzewelle und die nur geringe nächtliche Abkühlung wirken sich zusätzlich belastend auf den Organismus aus, da wichtige Regenerationsphasen fehlen. Insofern ist es folgerichtig, dass Sportveran- staltungen – insbesondere zum Schutz von Kindern und Jugendlichen – abgesagt werden. Gleichzeitig ist dies ein Warnsignal dafür, dass die Klimakrise längst auch direkte wirtschaftliche Auswirkungen hat. Für unsere Fußballabteilung ist das Turnier auch eine wichtige Säule zur Finanzierung des Abteilungsbetriebs. Nur dank der großartigen Unterstützung unserer Veranstaltungspartner kann ein größerer finanzieller Verlust ausgeglichen werden. Dennoch sollte sich eine solche Situation nicht regelmäßig wiederholen. Klimaschutz bleibt eine zentrale Aufgabe Umso wichtiger ist es, den Klimaschutz auch im Sport konsequent voranzubringen. Die Auswirkungen der menschengemachten Klimakrise sind bereits heute erheblich. Jetzt gilt es, alles daranzusetzen, eine weitere Verschärfung möglichst zu verhindern. Neue Rekorde bei den Temperaturen Bereits Ende Mai gab es in Stuttgart sieben sogenannte heiße Tage mit Temperaturen von über 30°C. Die Hitzewelle Ende Juni dauerte insgesamt zwölf Tage. Davon wurden zehn Tage als sogenannte Wüstentage mit Tempe- raturen von über 35 °C registriert. In der sehr langen Geschichte der Wetteraufzeichnungen wurde eine derart lange und intensive Hitzewelle bislang noch nie beobachtet. Der Klimawandel zeigt deutliche Auswirkungen Auch langfristige Auswertungen zeigen eindeutig: Die Zahl der heißen Tage hat stark zugenommen. Während es im Zeitraum von 1953 bis 1962 insgesamt 31 heiße Tage gab, wurden zwischen 2013 und 2022 bereits 121 Tage mit einem Temperaturmaximum von über 30°C registriert. Daher kann die eingangs formulierte Frage eindeutig beantwortet werden: Durch den Klimawandel steigt die Zahl der heißen Tage deutlich. Gleichzeitig erhöht sich auch die Anzahl der Tropennächte. Als Tropennächte gelten Nächte, in denen die Tiefsttemperatur nicht unter 20 °C sinkt. „Hajime!“ Mit diesem Ruf beginnt jeder Judokampf. „Hajime“ bedeutet: „Kämpft“. Es ist das weltweit einheitliche Startkommando im Training, bei Bezirksmeisterschaften, bei Olympischen Spielen. Klaus Breuninger hat oft „Hajime“ gerufen, als Trainer und als Kampfrichter. Jedes Mal mit klarer, sonorer Stimme. Diese ist am 9. Mai 2026 für immer verstummt. Klaus Breuninger ist nach kurzer, schwerer Krankheit an einen anderen Ort gegangen. Viel zu früh und für alle unerwartet. Die Judoka haben einen engen Freund und ein Vorbild verloren, das die Werte des Judosports – wie Ehrlichkeit, Respekt und Hilfs- bereitschaft – durch und durch gelebt hat. Vom Judo-Einsteiger zum Trainer 1975 begann Klaus bei der Sportvg Feuerbach mit Judo. Es war sein Sport. Schon wenige Jahre später assistierte er den Trainern bei Anfängerkursen. Als Wettkämpfer stand er in der Jugendmannschaft und verbuchte erste Erfolge. Später, bei den Aktiven, war der groß gewachsene Judoka eine feste Größe im Halbschwer- und Schwergewicht. Seine Spezialität: Der Bodenkampf. Klaus verfügte über ein unglaubliches Technikrepertoire. Mit ihm im Training in den Bodenkampf zu gehen, geriet immer zur Lehrstunde. Als unser Aktiventrainer Peter Eberlein verstarb, übernahm Klaus die Verantwortung für das Mannschaftstraining. Er trainierte das Bezirksligateam und führte es in die Landesliga. Parallel dazu arbeitete er daran, weitere Gürtelprüfungen zu absolvieren. Mit seinem Können und seiner Zielstrebig- keit erreichte er den 3. Meistergrad. Vielseitiger Kampfsportler Außer Judo trainierte Klaus einige Zeit Karate und das Selbstverteidigungssystem Ju-Jutsu. Mit dieser Vielseitigkeit war er bestens vorbereitet, auch im Ju-Jutsu-Wettkampf zu überzeugen. Klaus holte Turnier- siege und gab manch höher graduiertem Gegner das Nachsehen. Ab und zu verließ er die vertrauten asiatischen Kampfsportarten und wechselte hinüber auf die Ringermatte, zu griechisch-römisch. Sein besonderes Können im Bodenkampf sicherte auch der Ringermannschaft der Sportvg wichtige Punkte. Bundesliga-Kampfrichter Beim Judo sind besonders Finger und Hände stark belastet. Künstlerkarriere und aktiver Kampfsportler – das passte irgend- wann nicht mehr zusammen. Klaus war Berufsmusiker, Leiter mehrerer KlassikEnsembles und passionierter Jazzklarinettist. Das Verletzungsrisiko war ihm auf Dauer zu hoch und er beendete früh seine Wettkampfkarriere. Doch dem Judo blieb er treu. Klaus wurde Kampfrichter, erreich- te die Bundeslizenz, leitete Top-Begegnun- gen in der Bundesliga und entschied bei hochrangigen Meisterschaften über Wertungen, Strafen, Sieg und Niederlage. Persönlichkeit im Hintergrund Klaus hat das Judo in Feuerbach maßgeblich geprägt. Rund 40 Jahre führte er die Abteilung – leise und erfolgreich. Er hat es möglich gemacht, dass sich Judo bei der Sportvg weiterentwickelte und immer auf einem soliden Fundament stand. Heute umfasst die Abteilung vier Sparten: Judo, Kyudo, Ju-Jutsu und Aikido. Einer für den Teamgedanken Immer wieder gestaltete Klaus einen Rahmen, in dem Gemeinschaft gelebt werden konnte. Nicht nur privat war er ein leidenschaftlicher Gastgeber. Er lebte dieses Faible auch im Ehrenamt. 1985 organisierte er die erste Skifreizeit der Judoabteilung. Er initiierte damit eine Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält. Rund 35 Jahre leitete er die Skifreizeiten und stellte als Koch sicher, dass jeden Tag Erstklassiges auf den Tisch kam – und davon mehr als genug. Diejenigen, die mal einen Pausentag einlegten, überraschte er mit einem frisch gebackenen Hefezopf zum Nachmittagskaffee. Gemeinschaft war dem Team-Menschen Klaus wichtig. Immer bereit für etwas Comedy Klaus war mit einem feinsinnigen Humor und einem großen komödiantischen Talent ausgestattet. Er nutzte es oft, um uns im Standup-Modus kleine Anekdoten lebhaft in Erinnerung zu rufen. Es waren jedes Mal besondere Momente, die uns den Wert des Vergangenen bewahrten. Der Abschied schmerzt. Aber wir blicken zurück auf eine schöne Zeit mit ihm. Eines Tages werden wir uns wiedersehen. Dann wird es sein wie früher. Hajime! CLIMATE ACTION Unterstützt durch den Energiewendepartner der Sportvg Feuerbach Klaus Breuninger: Der Künstler und Kampf- sportler prägte die Judoabteilung der Sportvg Feuerbach über Jahrzehnte. DIE JUDOABTEILUNG TRAUERT UM KLAUS BREUNINGER JUDO Christoph Bächtle HITZEWELLEN NEHMEN ZU – AUCH DER SPORT IST BETROFFEN Während diese Ausgabe der Sportvg Info entsteht, erleben wir eine historische Hitzewelle. Die Auswirkungen sind bereits deutlich spürbar: Der Württembergische Fußballverband hat den gesamten Spielbetrieb hitzebedingt ausgesetzt. Dadurch musste auch erstmals der Internationale sportshop anton Cup abgesagt werden. Doch gab es früher nicht auch schon heiße Sommer? WLSB-Stiftung zeichnet Sportvg Feuerbach für vorbildliches Projekt aus Die Stiftung des Württembergischen Landessportbundes (WLSB-Sportstiftung) hat am 19. Juni in Esslingen Sportvereine aus ganz Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die Sportvg Feuerbach gehört zu den zwölf Preisträgern des Jahres. Der Verein erhielt in der Kategorie „Klimaschutz und Nachhaltigkeit“ einen mit 4.000 Euro dotierten Förderpreis. Ausgezeichnet wurde das Projekt „Road to Paris – Someway closer“. Nachhaltiges Handeln ist dabei die zentrale Leitlinie für die Sportvg Feuerbach. Der Verein bekennt sich zu den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens und setzt einen Schwerpunkt auf Aktivitäten beim Klimaschutz sowie auf die Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Darüber hinaus hat die Sportvg hat als erste Sportorganisa- tion weltweit einen Gemeinwohlökonomie (GWÖ)-Bericht erstellt. Dieses außergewöhnliche Engagement des Vereins hat die Jury der WLSB-Sportstiftung in besonderem Maße überzeugt. 2013-22 2003-12 1993-02 1983-92 1973-82 1963-72 1953-62 121 85 68 49 41 45 31 Es wird öfter heiß Anzahl der Tage mit einem Lufttemperatur- Maximum über 30 Grad Celsius in Deutschland (Gebietsmittelwert) Quelle: Deutscher Wetterdienst Dr. Benjamin Haar 6 7

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