SPORTVG FEUERBACH 01 2026 Diese und weitere Fragen sollen im Projekt „klimaCARE“ geklärt werden, das vom Klimainnovationsfonds der Stadt Stuttgart gefördert wird. Die Stadt Stuttgart stellt der Sportvg Feuerbach hierfür 20.000 Euro Förder- mittel zur Verfügung. Mit der Förderung kann der Verein zum einen technisch-organisatorische Maßnahmen zur Klimafolgeanpassung umsetzen, die vor allem auch den Abteilungen zugutekommen werden: Beschaffung und Aufbau eines Gewitterwarnsystems, neue Pavillons als Hitzeschutzinseln, Sonnencremespender oder eine Wasserverneblungsanlage. Auf der Webseite des Vereins soll automatisiert eine Information erfolgen, wenn bestimmte Temperaturschwellen überschritten werden und das Sporttreiben in der Hitze zur Gefahr werden kann. All das wird durch eine Informationskam- pagne mit Beiträgen in der Sportvg Info, auf der Webseite oder über Infotafeln im Sportpark begleitet. Für die Übungsleiterinnen und Übungsleiter des Vereins werden OnlineSchulungen erarbeitet. Nur durch die Kombination dieser Maßnahmen kann die notwendige Sensibilität für die Anpassung an den Klimawandel geschaffen und können konkrete Veränderungen im Sportbetrieb des Vereins angestoßen werden. Dass dies immer dringlicher wird, zeigt eine aktuelle Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgen-forschung. In jedem der letzten Jahre wurde bei der globalen Jahresdurchschnittstemperatur ein neuer Rekord aufgestellt. Zudem schreitet die Erderwärmung deutlich schneller voran. In den letzten zehn Jahren hat die globale Durchschnittstemperatur um 0,35° C zugenommen. In den Jahrzehnten davor lag dieser Wert bei 0,2° C. Da die Meere noch eine starke Pufferfunktion bei der Erwärmung haben, sind die Auswirkungen an Land deutlich stärker zu spüren. Hier ist das Ausmaß der Erwärmung deutlich größer. Mit den steigenden Temperaturen kann die Luft auch immer mehr Wasserdampf aufnehmen. Das äußert sich zum einen in immer stärke- ren Niederschlägen. Zum anderen kann es aber auch zu einer ernsten Gesundheitsgefahr werden: An besonders heißen und besonders schwülen Tagen funktioniert die Verdunstungs- kühlung durch das Schwitzen nicht mehr richtig, sodass die Körpertemperatur von 37° C nicht mehr zuverlässig gehalten werden kann. Als relevante Größe gilt hierfür die Kühlgrenztemperatur oder Feuchtkugeltemperatur. Das ist die tiefste Temperatur, die noch durch eine Verdunstungskühlung erreicht werden kann. Der Wert liegt immer in Abhängigkeit von der relativen Luftfeuchtigkeit unter der Lufttemperatur. Eine Kühlgrenztemperatur von mehr als 35° C kann ein Mensch maximal sechs Stunden überleben. Aber auch schon ein Wert von 30° C wird zur ernsten Gefahr, wenn unter Belastung zusätzliche Wärme durch den Stoffwechsel und die Bewegung abgeführt werden muss. Die höchste Feuchtkugeltemperatur wurde 2025 an unserer neuen Wetterstation im Sportpark am 15. August mit 24° C gemessen. Dabei zeigt sich, dass die meisten Menschen nicht bei den extrem hohen Werten, sondern vielmehr bei Werten in dieser Höhe sterben. Für einen vorbelasteten Organismus kann das schon gefährlich werden. Und Sportler unterschätzen diese zusätzliche Belastung, ohne ihre Trainingsintensität entsprechend anzupassen. Die Folgen der steigenden Temperaturen werden zunehmend zu einem relevanten Thema. Leider wird in der Breite noch zu wenig im Sport unternommen, um sich hierfür anzupassen. Mit dem Projekt „klimaCARE“ geht die Sportvg daher abermals einen innovativen Schritt voran und zeigt, dass sie nach wie vor zu den Vereinen gehört, die sich besonders intensiv mit diesem Thema beschäftigen. Dr. Benjamin Haar CLIMATE ACTION Unterstützt durch den Energiewendepartner der Sportvg Feuerbach Wie verhalte ich mich richtig bei einem nahenden Gewitter auf dem Sportplatz? Wie kann bei großer Hitze dennoch sicher ein Turnier im Freien oder in der Halle organisiert werden? Welche Gesundheitsgefahren bringt der Klimawandel sonst mit sich? Bei der Übergabe der Förderurkunde 6 7
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